Gebrauchsanweisung Kasenit.

Kasenit ist ein Pulver zum Einsatzhärten von Stahl und findet in den USA seit Jahrzehnten Verwendung in den Werkstätten der Büchsenmacher. Rotglühend erhitzte Werkstücke ziehen aus dem Kasenit Kohlenstoff und bekommen nach dem Abschrecken in kaltem Wasser eine glasharte verschleißresistente Oberfläche.

Verarbeitungshinweise:

  1. Stahl wird gleichmäßig erhitzt, bis das Werkstück eine hellrote Farbe hat ( ca. 900 C ).
  2. In Kasenit tauchen, bis sich eine Hülle aus Kasenit um den zu härtenden Teil bildet. Anschließend wieder für 2 bis 3 Minuten auf hellrot erhitzen.
  3. In einem Behälter mit sauberem kalten Wasser abschrecken ( spritzt !) und dabei umrühren, damit das sich um das Werkstück erwärmende Wasser durch kaltes ersetzt wird.

Eine tiefere Härtung erreicht man, wenn Punkt 2 vor dem Abschrecken wiederholt wird. Eine höhere Härte wird durch erneutes Erhitzen und Abschrecken erreicht.

Härten von Werkzeugstahl

Teil auf hellgelb erhitzen und in Kasenit legen. Im Kasenit liegen lassen, bis die Anlasstemperatur er- reicht ist und dann in sauberem klaren Wasser oder Öl abschrecken. Dies ergibt eine maximale Härte bei gleichzeitigem Schutz vor Rissen.

Tiefenhärtung bei Stahl

Zu härtendes Teil in einen kleinen offenen Stahlbehälter legen und mit Kasenit bedecken. Behälter für die Zeit von 15 bis 60 Minuten auf 900 C. erhitzen. Der Zeitraum richtet sich nach der gewünschten Härtetiefe. Mit einer TROCKENEN Zange den Behälter aus der Glut nehmen und den Inhalt in einen großen Behälter mit sauberem kalten Wasser kippen.

Kasenit ist ein hochverfeinertes Produkt, ungiftig, nicht brennbar oder explosionsgefährlich.

 

 

Die Tipps aus der Praxis.

Kasenit ist hervorragend zum Härten von Schlossteilen, Schrauben ect. geeignet. Die Teile polieren und mit Eisendraht (Baumarkt/Gartenbedarf) zu einem "Ballen" wickeln. 3 bis 4 Drähte verdrillen und einen "Griff" für die Handhabung mit einer Zange formen. Die Teile mit einer Lötlampe hellrot erhitzen und in Kasenit tauchen, bis sich eine Hülle gebildet hat. Die Teile wieder für 2 bis 3 Minuten hellrot erhitzen und dabei gleichmäßig in der Flamme drehen. Hierbei schmilzt das Kasenit, tropft jedoch durch leichtes Drehen nicht ab. Teile anschließend in sauberem kalten Wasser abschrecken und dabei gut rühren. Die polierten Oberflächen bleiben erhalten, haben allerdings ein graues Finish, das leicht wegpoliert werden kann. Anschließend die Teile sehr langsam und gleichmäßig bis zur gewünschten Anlassfarbe erhitzen und in Maschinenöl / Motoröl abkühlen lassen.

Batterien für Steinschlosswaffen lassen sich mit Kasenit hervorragend aufkohlen. Vor dem Härten empfiehlt es sich, die Schlagfläche der Batterie mit einem Bandschleifer zu glätten. Wer keinen Härteofen oder kein Schmiedefeuer hat, kann sich auch mit einfachsten Mitteln behelfen. Als Behälter für die Aufnahme der zu härtenden Teile eignen sich kurze Rohrstücke / Muffen aus Stahl, die im Sanitärhandel erhältlich sind. Ein Ende zuschweißen oder verschrauben, Batterien hinein und mit Kasenit bedecken. Auf den Gartengrill eine etwa 35 cm hohe Blechmanschette ( oder ein Stück Ofenrohr) setzen und zu 2/3 mit Holzkohle füllen. Behälter mit den zu härtenden Teilen mit dickem Eisendraht so in das Rohr hängen, das die Oberkante des Behälters mit der Kohlenfüllung abschließt.

Ein L-förmig gebogenes Eisenrohr von unten in die Holzkohlefüllung einführen und an einen Blasebalg / große Pumpe für Luftmatratzen / Schlauchboote anschließen. Holzkohle anzünden und den Behälter hellrot erhitzen. Für Batterien wird eine Härtezeit von 2 bis 3 Stunden empfohlen. Anschließend den Behälter mit einer trockenen Zange aus dem Feuer holen und in einen großen Behälter mit sauberem kalten Wasser kippen und anschließend kräftig umrühren. ACHTUNG! Wenn sie mehrere Batterien härten, werden diese durch den hohen Temperaturunterschied mit einem lauten Knall im Wasser verschwinden, wobei dieses oft bis zu 2 m hoch aufspritzt! Der Effekt lässt sich verstärken, wenn Sie den Behälter mit ins Wasser fallen lassen. Die abgekühlten Batterien für 1 Stunde bei 200 C anlassen (Backofen!) und dann abkühlen lassen. Zum Abschluss werden die Batterien mit der Schlagfläche in eine randvoll mit kaltem Wasser gefüllte Blechdose gehängt. Der über den Rand hinaushängende "Deckel" mit dem Batteriefuß wird mit einer Gasflamme soweit erhitzt, bis die blaue Farbe über den Winkel Deckel / Schlagfläche läuft. Dieses erneute Anlassen verhindert ein Brechen an diesen Stellen.